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Ausflüge Verein

Ausflüge Verein (6)

Samstag, 28 Juli 2018 17:32

SwissAngus Sommerhöck 2018

geschrieben von

SwissAngus Sommerhöck 2018

Der Sommerhöck gehört beim SwissAngusclub schon zur Tradition. Einmal im Jahr treffen sich die Anguszüchter aus der ganzen Schweiz bei einem engagierten Mitglied zu einer Betriebsführung. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Angustiere, die beim Rundgang bestaunt werden. Neben dem Fachsimpeln bleibt auch genügend Zeit, um miteinander zu plaudern und Gemütlichkeit zusammen zu pflegen. Dieses Jahr ging es in den Kanton Fribourg, zu Familie Andrey.

Knapp 60 gut gelaunte Angusleute versammelten sich am 7. Juli 2018  am frühen Nachmittag in Tscherla in St. Silvester. Fernand Andrey begrüsste die vielen Gäste und stellte den grossen Betrieb kurz vor. Er gehört zu den grössten Angusbeef Produzenten in der Schweiz. Auf dem rund 20-jährigen Gemeinschaftsbetrieb, mit vier weiteren Bauern, werden rund 250 Mutterkühe gehalten, aufgeteilt auf 5 Standorte: Aufzuchtrinder, Galtkühe im Abkalbestall, zwei Ställe für Kühe mit Kälbern und Ausmasttiere.

Die Betriebsgemeinschaft bewirtschaftet knapp 350 Ha: 100 Ha Weizen, 40 Ha Kartoffeln, 30 Ha Rüebli, Raps, Gerste, Mais und Kunstwiese.                                                                                                                                                   

Für die vor vielen Jahren geplante Umstellung von Milchkühen auf etwas Neues, Einfacheres, kam die Idee mit der Stierenausmast. Die zu vielen Tierarztbesuche waren jedoch definitiv nicht das, nach was die Bauern damals suchten. Und so entschied man sich vor 8 Jahren, mit den Mutterkühen anzufangen. Mit der Unterstützung von diversen Händlern und Beratern probierte man 8 verschiedene Rassen in einer Herde. Mit und ohne Hörner, mit Flecken und einfarbig, spät und frühreife Tiere - alles war dabei. Jedoch wurde schnell allen klar, dass diese Konstellation keine Zukunft haben wird. So entschloss sich Andrey alle Tiere zu verkaufen und endgültig auf Angus umzustellen. Das war die richtige Entscheidung für die „easy handling“  Rasse, die hochqualitatives Fleisch produziert.

Die Kälber bleiben 7 bis 8 Monate bei den Kühen, dann werden sie abgesetzt und auf einen zweiten Standort gebracht. Bei den weiblichen Kälbern wird schnell entschieden ob sie in die Aufzucht, oder in den Mastbetrieb kommen. Auf dem Aufzuchtbetrieb bleiben die Rinder bis zum Besamen und die nächste 6 Monaten danach. Die Trächtigkeit wird regelmässig durch den Tierarzt untersucht. Es wird keine künstliche Befruchtung praktiziert, Natursprung ist die perfekte Lösung für das System. Später werden die hochträchtigen Rinder zu den Galtkühen gebracht, wo sie bis zum Abkalben bleiben. Die kalbenden Tiere werden mehrmals am Tag und in der Nacht beobachtet und kontrolliert.

Die Ausmasttiere werden alle 14 Tage gewogen und die Daten analysiert und ausgewertet. Diese Wachstumskontrolle hilft sehr bei optimaler Stierauswahl für die erfolgreiche Produktion.

Das meiste Raufutter wird als Heu eingelagert, ein kleiner Teil als Silage.  Grassilo wird durch Kühe bevorzugt, jedoch vereinfachen Heu und Emd die Zubereitung und Lagerung von Mischrationen.

Letztes Jahr wurde auf dem Betrieb ein neuer Hofladen eingerichtet, der Marché du Claru. Monatlich wird dort neben vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten auch  Fleisch von rund 4 Angustieren verkauft. Die Nachfrage ist erfreulich steigend. Die meisten Tiere werden jedoch als Swiss Black Angus über IP Suisse vermarktet. Für Andrey ist das Label eine grosse Chance für Anguszüchter und – halter. Angusbeef ist nämlich ein Begriff, den die Leute kennen und auch aus der Schweiz kaufen wollen. Man soll sich weiter entwickeln, neues auszuprobieren meinte Andrey, unter dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“. Andrey ist Mitglied bei Mutterkuh Schweiz und in Anwesenheit von Präsident Mathias Gerber konnte auch eine gute Diskussion zum Label Swiss Black Angus geführt werden. Man war sich einig, dass ein Schulterschluss zwischen IP Suisse und Mutterkuh Schweiz wichtig und richtig ist und zügig angegangen werden soll.

Auf dem ersten Betrieb, den wir sahen, gab es ein neu umgebauter Stall für Galtkühe. Der grosszügige Auslauf, Tiefstreu, Antirutschböden, viel Sonnenlicht, Kratzbürste, und elektrische Fliegenkiller wirkten auf uns sehr positiv. Dass  „Tierwohl“ gross geschrieben wird auf den Betrieben von Andrey, war hier deutlich zu spüren und zu sehen.  Auf dem zweiten und dritten Betrieb waren Kühe und Kälber untergebracht. Die Tiere waren sehr ruhig, und entspannt, trotz vieler Zuschauer. Überall herrschte eine eindrückliche Ordnung, was auf ein gutes Management hinweist, aber auch auf die Überzeugung und Freunde an den edlen und ruhigen Angustieren.

Der zweite Betrieb den wir besichtigen durften, war auch ein Maschinenparadies. Die Tür ging auf und fast alle Männer griffen nach Smartphones und Fotokameras, um die grünen Giganten mit Zubehör zu fotografieren. In einer Reihe, schön, glänzend, präsentierten sich in allen Grössen Fendttraktoren, die Andrey für den Gemeinschaftsbetrieb, wie auch für das Lohnunternehmen braucht. Ob Fernand über die Anguskühe oder die Traktoren erzählte, man spürte den Ehrgeiz und das grosse Interesse an funktionaler und produktiver Landwirtschaft. Nach dem grossen Staunen, wurden die Gemüter mit einem vom Gastgeber offerierten Apéro abgekühlt.

Gegen Abend trafen sich alle zum gemeinsamen, sehr feinen Abendessen in sehr schönem Ambiente beim Marché du Claru. Fernands Frau Sandra verwöhnte uns mit ihrem Team und natürlich mit zartem Angusbeef nach allen Regeln der Kunst. Bei einem Gläschen Wein und gemütlichem Plaudern über den eindrucksvollen Nachmittag, liessen wir den Abend ausklingen.

Vielen Dank an Fernand Andrey für die grosse Gastfreundschaft und den sehr interessanten und schönen Sommerhöck. Wir wüschen Dir und Deiner Familie weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

Ania Soller

Dienstag, 04 Juli 2017 07:21

SwissAngus Sommerhöck 2017

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An der Grenze zu Deutschland, dem Rhein entlang in Rietheim im Kanton Aargau liegt der Hof unserer diesjährigen Gastfamilie Daniela und Christian Schneider. Rund 40 gut gelaunte und neugierige Anguszüchter trafen sich am Samstag 1. Juli zum traditionellen Sommerhöck von SwissAngus. Nach einem Apéro unter dem Nussbaum voller Nüsse, was in diesem Jahr wetterbedingt zu einer Seltenheit gehört, stellten uns die Schneiders ihren Betreib vor. Neben Mutterkuhhaltung und Ackerbau, betreiben Daniela und Chrigel Agrotourismus. Dafür wurde die Scheune Stück für Stück zu erlebnisvollem „Schlafen im Stroh“ ausgebaut und darunter mit einem sehr schönen und gemütlichen Partyraum ergänzt.

Um den Hof der Familie Schneider wurden in den letzten Jahren viele Veränderungen vorgenommen. Auf Grund von ständig überflossenen Nutzflächen, beschlossen die Bauern vor rund 100 Jahren den Rhein zu beherrschen. Das ist ihnen auch gut gelungen, sie trennten damals den Seitenarm Chly Rhy durch eine Zuschüttung vom Rhein ab. Viele Jahre später entstand die Idee mit einer Aufschüttung und Aufforstung von grossen Flächen für ein Kraftwerk, was aber schliesslich nie zum Stande kam. Dadurch ging die Auendynamik verloren.

Um das Gebiet zu renaturieren, erwarb der Kanton Aargau gemeinsam mit Pro Natura vor ein paar Jahren in diesem Gebiet rund 35 ha Land auf 1.5 Kilometer Länge. Es lief aber nicht immer alles so einfach. Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung mit den Bauern kostete viel Zeit und Nerven mit Diskussionen und Streitereien. Christian erlebte, sah und hörte schon sehr viel, zum Glück wurde schlussendlich ein „Mediator“ eingeschalten... Die Bauern konnten sich mit den Initianten des Projekts verständigen. Seit 2014 läuft das Projekt in vollem Gange. Die Biber, die Wildbiene, der Eisvogel, und andere Tierarten haben sich in den neuen Lebensräumen schon sehr gemütlich gemacht, und erfreulich vermehrt. Christian führte uns durch Acker, Wiese und Weide, und erzählte spannende Geschichten. Ein Blick vom Ufer auf die Breite und Herrlichkeit des Rheins bei den letzten Sonnenstrahlen machten uns ein wenig neidisch. Als nächstes durften wir auf das leicht schwankende, sehr schöne und teure „Negertürmli“ hoch steigen, um den Ausblick auf den Weiher, den Wald auf der einen und den Ackerbau auf der anderen Seite zu geniessen.

Nach einem kurzen Marsch bei gemütlichen und spannenden Angus-Züchter Gesprächen, erreichten wir die weidende, schöne Angusherde. Ruhig und entspannt wirkten die Kühe auf uns, trotz vielen neugierigen Zuschauerblicken Der grösste Teil der Tiere wird als Natura Beef direkt ab Hof verkauft. Der Stier Good Boy läuft immer in der Herde mit.

Mit vielen Informationen, schönen Ausblicken als Erinnerung und „knurrenden“ Magen kehrten wir auf den Hof zurück. Das feine Abendessen war schon bereit. Das Buffet erfreute unsere Augen und Gaumen, so griffen alle zum Spiess. Während dem eigenhändigen Grillieren, wie auch im Partyraum wurden sehr interessante Diskussionen durchgeführt. Später nach dem feinen Dessert und Kaffee verfeinert mit knackigen Oberthurgauer Kirschen machten sich die ersten auf den Nachhauseweg.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Daniela und Christian Schneider für ihre grosse Gastfreundschaft und den tollen und sehr interessanten Sommerhöck. Wir wünschen euch viel Erfolg und Glück bei der Umsetzung Eurer weiteren Projekte. Es war richtig schön bei euch!

Vorstand SwissAngus   

Ania Soller

Sonntag, 03 Juli 2011 15:07

Swiss Angustag in der Westschweiz

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Swiss Angus Forum in der Romandie

Ungefähr 60 Teilnehmer begannen das Forum mit einer Besichtigung des Schlachtbetriebes von Bell in Cheseaux bei Lausanne.

Dort werden die Swiss Prim Angus Tiere für Manor geschlachtet und verarbeitet.

Bell ist die Nummer eins im Schweizer Fleischmarkt und beschäftigt rund 3500 Mitarbeiter.

Es ist Sommer und die Schweiz grilliert, das macht sich natürlich  auch in Cheseaux bemerkbar. Hier

werden täglich eindrucksvolle Mengen von Würsten, Spiessli, Hamburger, Charcuterie und verschiedensten Frischfleischstücken hergestellt,

wie Christian Gremion Chef Frischfleisch zu berichten wusste. Zu sehen waren auch einige

Schlachtkörper von Swiss Prim Angus Tieren vom Betrieb Christoph Bill in Grafenried. Alle erreichte die Fleischigkeitsklasse  C 

und zeigten eine gute Fettabdeckung.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer des Forums die Möglichkeit die Anlagen der Betriebsgemeinschaft Bonjour & Tenthorey in  Seigneux zu besichtigen.

Auf dem Betrieb Tenthorey werden vorwiegend Muni der Rasse Angus für das Programm SwissPrimAngus gemästet. Im Tiefstreue-Laufstall werden jährlich

über 70 Swiss Prim Angus zur schlachtreife gebracht. Die Futterration besteht aus Ganzpflanzen-Maissilage, Maiskolbensilage, Weizenstroh,

Oekoheu und 2.7 kg Getreidemischung.  Die Kosten einer Tagesration pro Muni belaufen sich auf CHF 4.18 bei 8.6 kg TS Futterverzehr.

Die Auswertung der ersten 100 Swiss Prim Angus lassen folgende Schlussfolgerung zu. Entscheidend für den Betriebserfolg ist eine gute Fleischigkeit

der Masttiere gekoppelt mit einer sehr guten Futtereffizienz. Die Angus benötigen zur Erreichung einer genügenden Fettabdeckung eine weniger hoch

konzentrierte Ration als andere Fleischrassen. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass 78% der SwissPrimAngus die Fleischigkeitskategorie C ,bei durchschnittlichen

Tageszunahmen von 1543 gr. und einem Schlachtgewicht von 331.4 kg SG erreichen.

Basil Favre einer der Forumsteilnehmer und Vorstandsmitglied von Swiss Angus, ist SwissPrimAngus Remontenproduzent und liefert alle männlichen Tiere mit

einem LG Gewicht von 280-320 kg  und einer Fettklasse von 2-3 an die Betriebsgemeinschaft Bonjour & Tenthorey. Der dabei erzielte Erlös entspricht in der

Grössenordnung dem eines Natura Beefs mit etwa 350 kg Lebendgewicht. Als Vorteile seiner Mastremontenproduktion nennt er den Verzicht eines Kastrationseingriffs,

keine Kraftfutterkosten und eine gleichzeitige Lieferung aller Tiere, auch wenn diese nicht alle gleich schwer sind. Alle Vertreter von SwissPrimAngus waren sich einig,

dass sich diese Produktionsform lohnt und man sich in einem Qualitätsmarkt bewegt, in dem die Nachfrage steigt und Wachstum möglich ist.

Gian Peter Niggli und Daniel Niklaus

Der Sommerhöck von SwissAngus gehört fest ins Jahresprogramm der Anguszüchter. Jedes Jahr findet er auf dem Hof eines andern Mitglieds statt und bietet so Gelegenheit, die betrieblichen und familiären Gegebenheiten der einzelnen Mitglieder besser kennen zu lernen. Der Sommerhöck ist aber auch einfach ein gemütlicher Anlass für die ganze Familie.

Eine gut gelaunte Gruppe Angusleute traf sich am Samstag, 16. Juli 2016 bei bestem Wetter in Finstersee auf dem Hof von Sue Humm und Albert Elsener im schönen Zugerland zum Sommerhöck von SwissAngus. Bei einem feinen Apéro wurden wir von den beiden herzlich begrüsst. Zusammen mit ihren Kindern wohnen sie oberhalb der Sihl in recht steilem Gelände etwas ausserhalb von Finstersee.

Nachdem der erste Durst etwas gestillt war, erläuterten Sue und Berti uns die Eckdaten des Betriebes, der in den letzten Jahren immer etwas wachsen konnte. Die beiden betreiben neben der Anguszucht mit Direktvermarktung als wichtiges Standbein auch ein Bagger- und Transportunternehmen und führen noch einige Lohnarbeiten aus. Im Moment wird gerade das Stöckli umgebaut, damit die erwachsenen Kinder in eigenen Wohnungen auf dem Betrieb wohnen können. Wir konnten ihr Talent für Bauarbeiten also nicht nur bei den selbst erstellten Stallgebäuden, sondern auch im Haus bestaunen.

Berti führte die interessierten Angusleute schliesslich über ihren Betrieb. Dabei war deutlich zu sehen, dass er ein Macher ist, der weiss, was er will, und dies auch mit viel Fleiss und Engagement umsetzt. Nach über dreissig Jahren Wirken sieht man seine Handschrift deutlich. Mit Stolz zeigte er uns diverse Auffüllungen und Zugangsstrassen, die er meist in Eigenleistung mit eigenem Bagger und schwerem Gerät erstellt hat. Berti betonte dabei, dass das Ganze immer mit den nötigen Bewilligungen und in gutem Einvernehmen mit der Gemeinde gewachsen ist. Und spätestens als uns Berti die steilen extensiven Wiesen zeigt, die mit dem Motormäher gemäht und von Hand „runtergerecht“ werden müssen, glaubt man ihm, dass er sich den Gang ins Fitnessstudio sparen kann. Aber auch die Natur ist den beiden bei all den Geländeverbesserungen wichtig. Gerne zeigte uns Berti auch die freiwillig erstellten Weiher, an denen der Natur der nötige Platz gegeben wird. Schliesslich konnten wir auch die gepflegten und dem Betrieb angepassten Maschinen und die selbst umgebauten Stallgebäude besichtigen.

Die eindrückliche Führung über den Betrieb sorgte für reichlich Appetit. Dieser konnte bei einem feinen Nachtessen in der Hocheinfahrt wunderbar gestillt werden. Dabei wurden wir begleitet von den wunderschönen Klängen aus Manuels Alphorn. Überall wurden interessante Diskussionen geführt, bis wir schliesslich mit feinen Zuger Kirschtorten (was denn sonst?...) und recht hellem Kaffee zum Dessert verwöhnt wurden.

Schliesslich mussten sich die Ersten bereits wieder auf den teilweise langen Nachhauseweg in die ganze Schweiz machen. An dieser Stelle danke ich Sue und Berti nochmals ganz herzlich für ihre grosse Gastfreundschaft und den tollen Sommerhöck. Wir wünschen Euch beiden weiterhin viel Erfolg und bestes Gelingen bei der Umsetzung Eurer weiteren Projekte.

Herzlichen Dank aber auch an alle, die dabei waren. Ich freue mich schon jetzt auf den Sommerhöck 2017!

Urban Dörig
Samstag, 20 Juli 2013 13:07

Sommerhöck 2013

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Nach einem feinen Apero und der Begrüssung von Präsident Urban Dörig, wurde der Betrieb von Schneiders Stück für Stück vorgestellt. Der von der Bürgergemeinde Grenchen gepachtete Ganzjahresbetrieb bietet für den Gast als Erstes eine herrliche Aussicht. Zum Betrieb gehört auch ein perfekt eingerichtetes Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten, das Vreni Schneider führt. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass selbst produzierte Produkte angeboten werden können. Im Tal bewirtschaften Schneiders noch einen weiteren Betrieb, auf dem unter anderem die männlichen Tiere ausgemästet werden.

Auf einer Wanderung durch die Weiden stellte uns Simon Schneider ihre Zuchtstrategie und die tolle Angusherde vor. Nach einem kurzen Marsch konnte die sportliche Gruppe eine herrliche Aussicht ins Tal geniessen. Der Aussichtspunkt „Flueh“ ist eine Felskante, die eine herrliche Sicht von der Jurakette über Solothurn ins Mitttelland freigibt. Für alle, und natürlich speziell für unsere amerikanischen Gäste ein bleibender Eindruck!

Das anschliessende Nachtessen im Restaurant war sehr grosszügig und fein, Angusbeef halt!... Mit interessanten Gesprächen in gemütlicher Runde wurde die Kameradschaft bis spät in die Nacht gepflegt. Die vielen, schönen Rückmeldungen haben gezeigt, dass nicht nur der fachliche, sondern auch der gesellschaftliche Teil ganz wichtig ist und zum guten Funktionieren eines Vereins gehören.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Familien Schneider für das grosszügige Gastrecht und den wunderschönen, interessanten SwissAngus Sommerhöck 2013. Es war richtig schön bei Euch, vielen Dank!

Vorstand SwissAngus

Montag, 21 März 2016 08:30

Fleischfachtag bei Holzen Fleisch Ennetbürgen

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Am Samstag, den 19. März 2016 konnte eine stattliche Anzahl wissensdurstiger Mitglieder von SwissAngus einen spannenden Fleischfachtag auf dem Betrieb Holzen Fleisch in Ennetbürgen im Kanton Nidwalden erleben. Bei wunderbarem Wetter und traumhaften Ausblicken erfuhren wir über die ersten Schritte von Stefan Mathis als Metzger, über die Entwicklung und die Philosophie von Holzen Fleisch, und die Überzeugung von der Rasse Angus.

Die Metzgerei wurde von Stefan Mathis und Beat Christen im Jahr 2003 gegründet. Drei Jahre später, mit einer neuen Philosophie «natürlich nur das Beste», entwickelte sich die Metzgerei zur Firma Holzen Fleisch GmbH, in der Stefan Mathis der gelernte Metzger, gleich Geschäftsführer und Hauptinhaber ist.

Auf der Suche nach guter Rindfleischqualität, mit ähnlichen Merkmalen wie Dammhirschfleisch, stiess Stefan Mathis auf die Rasse Angus. Mit der richtigen Genetik Auswahl und einem eigenen Zuchtprogramm werden auf 15-18 Angus Mutterkuhbetrieben die optimalen Angus-Ochsen und –Rinder produziert. Mit 10 Monaten werden die Remonten von Holzen Fleisch übernommen und kommen auf einen Ausmastbetrieb. Dort bleiben sie, bis sie die richtige Fleischigkeit und Fettabdeckung erreicht haben.

Holzen Fleisch beschäftigt ca. 20 Mitarbeiter. Neben Angus werden auch noch Dammhirsche, Wollschweine und Kälber vermarktet. Die Firma verarbeitet 130-140 Tonnen Schlachtkörper jährlich, das entspricht ca. 1200 Tieren, wobei die Nachfrage noch grösser wäre. Das Fleisch wird vor allem über die Gourmet Gastronomie, und Direktvermarktung abgesetzt.

Anhand einer Gruppe Schlachttiere, deren Geschichte, Daten und Genetik genau dokumentiert war, zeigte uns Stefan die Unterschiede am lebenden Tier. Danach konnten wir die gleichen Tiere am Haken taxieren und auch deren Fleischqualität beurteilen.

Beim Mittagessen, natürlich mit feinen Angusbeef vom Grill, sassen wir gemütlich zusammen und es wurde rege diskutiert über das bereits Gelernte. Am Nachmittag durften wir zuschauen, wie Stefan und sein Mitarbeiter Christoph mit Profi-Handgriffen zwei dieser Vorderviertel zerlegten und auswogen.

Stefan erzählte uns über seinen Weg zum Beruf als Metzger, den er nicht von am Anfang an mit grosser Begeisterung angenommen hat. Als passionierter Bauernsohn wurde er fast gezwungen Metzger zu lernen, weil sein elterlicher Hof zu klein war. „Die nächste Lehrstelle war in der Metzgerei, das war der kürzeste Weg von zu Hause weg“ - sagt er. Dank einem Schlüsselerlebnis mit einer 12-Jährigen Kuh des Vaters, die er metzgen sollte, hat er den Sinn von seinem Beruf gesehen. Fleisch essen auf jeden Fall, wichtig ist aber, dass die Tiere bis zum Tod ein gutes Leben haben. Dazu sollen sie beim Verladen und Transport zum Schlachthof möglichst wenig mit Stress konfrontiert werden. Dies hat einen gewaltigen Einfluss auf die Fleischqualität.

Was versteht man unter Qualität?

„Die Qualität gibt an, in welchem Masse ein Produkt den bestehenden Anforderungen entspricht.“ Stefan Mathis sagt: „Ein Gourmetkoch versteht unter Qualität etwas anders als ein Direktvermarkter“. Es wird unterschiedlich über Fettinhalt, Aroma, Farbe, Marmorierung, oder Schnitt beurteilt.

Die Fettabdeckung ist sehr wichtig für die Zartheit und das Wasserbindevermögen. Dazu ist es Aroma- und Geschmackträger. „Gut marmoriertes Fleisch kann man bei der Zubereitung fast nicht kaputt machen“- sagt Stefan. Es gibt drei Sorten von Fett: oberflächliches, intramuskuläres (Marmorierung), und intermuskuläres. Wobei das Letzte nicht sehr erwünscht ist, im Gegensatz zu intramuskulärem Fett, das für eine top Fleischqualität spricht.

Beim Zerlegen der Vorderviertel konnten wir den Unterschied zwischen Rinder und Ochsen sehen. Wirtschaftlich gesehen sind Ochsen wertvoller. Die Schlachtkörper enthalten weniger oberflächiges Fett, und haben prozentual mehr Fleisch. Weibliche Tiere haben im Gegensatz zu Ochsen eine schlechtere Fleischausbeute, dafür die bessere Fleischqualität.

Am Schluss der Tagung bedankte sich Urban Dörig im Namen aller Teilnehmer ganz herzlich beim Referenten und Gastgeber für seine Bemühungen und überreichte ihm ein kleines Präsent.

SwissAngus Vorstand

Ania Soller

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